Aktuelles

Extreme Ziele - hilfreich oder gefährlich?

Verdoppelung des Umsatzes, Erreichen der Weltmarktführerschaft, etc.: extrem ambitionierte Zielvorgaben von Unternehmen lassen wohl kaum jemanden unbeeindruckt, sofern sie auch erreicht werden. IBM, Toyota oder Apple sind nur einige Erfolgsgeschichten, die mit Hilfe sogenannter Stretch Goals geschrieben wurden.
Allerdings gibt es auch sehr viele Fehlschläge, bei denen enorm hohe Zielsetzungen nicht erreicht und so Mitarbeiter, Partner und Teilhaber verunsichert wurden. Wann sind Stretch Goals also sinnvoll und wann nicht?

Sim Sitkin geht in einem Artikel im HBM dieser Frage nach. Demnach sind Unternehmen, die bereits erfolgreich sind und über ausreichend Ressourcen verfügen, für Stretch Goals geeignet. Warum? Weil Mitarbeiter, die jüngst erfolgreich waren, sich eher eine extreme Herausforderung zutrauen und diese als Chance sehen und nicht als Bedrohung. Mehr Kapazitäten an Geld, Personal und Ausrüstung, als zur Abwicklung des Tagesgeschäftes benötigt werden, geben zudem Spielraum für Experimente und machen kleinere Rückschläge verkraftbar. Klingt eigentlich simpel.
In der Praxis ruhen sich erfolgreiche Unternehmen allerdings oft auf ihren Lorbeeren aus und Organisationen mit enttäuschenden Ergebnissen und begrenzten Ressourcen setzen oft alles auf einen großen Wurf. Also greifen Sie ruhig nach den Sternen, wenn Ihr Unternehmen die Voraussetzungen dazu erfüllt. Andernfalls ist das Backen kleinerer Brötchen meist die bessere Strategie.

(Quelle: Sitkin S. et al., Harvard Business Manager, April 2017)